Ludwig-Maximilians-Universität, Chair of Metabolic Biochemistry
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Malariamittel gegen Demenz

bild der wissenschaft

27.05.2011

[Article only in German]

Das Malariamedikament Chloroquin könnte auch zur Behandlung einer Frontotemporalen Demenz taugen. Bei der alzheimerähnlichen Erkrankung werden Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns abgebaut. Dies führt zu Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen. Ursache ist eine verminderte Produktion des Wachstumsfaktors Progranulin, die genetisch bedingt ist. Progranulin schützt empfindliche Nervenzellen im Gehirn. Je weniger davon vorhanden ist, desto schneller sterben die Zellen ab.

Christian Haass und Anja Capell von der Universität München hatten zunächst herausgefunden, dass der Wirkstoff Bafilomycin (BafA1) die Herstellung von Progranulin ankurbelt, indem er auf die Produktionsstätten des Progranulins – die sogenannten Vesikel – alkalisierend wirkt. Diese Erkenntnis bewog die Wissenschaftler dazu, nach Medikamenten mit alkalisierenden Substanzen zu suchen, die ähnliche Fähigkeiten besitzen. Den Test bestanden unter anderem ein Mittel gegen Angina pectoris (Bepridil), eines gegen Herzrhythmusstörungen (Amiodarone) und eben Chloroquin, das sich als besonders vielversprechend erwies. Es erhöhte den Progranulinspiegel nicht nur in Zellen von Mäusen auf den Normalwert, sondern auch in Zellen von Patienten, die ein defektes Gen zur Regulierung des Stoffs aufwiesen.

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