Ludwig-Maximilians-Universität, Chair of Metabolic Biochemistry
print


Breadcrumb Navigation


Content

Die Melancholie der Insekten

sueddeutsche.de

16.02.2011

[Article only in German]

Depressionen, Gedächtnisschwund, Alzheimer - Psychiater können von Fruchtfliegen und Hamstern eine Menge über Erkrankungen der menschlichen Seele lernen.

...

Natürlich müsse man vorsichtig sein mit der Interpretation von Ergebnissen, die man an Tieren gewonnen habe, betont der Demenzforscher Christian Haass von der Universität München. "Mäuse mit Gedächtnisschwund konnten wir schon hervorragend heilen." Die Mäuse fanden dann eine Plattform in einem Bassin wieder, auf die sich die wasserscheuen Tiere retteten. Wo diese Plattform war, hatten die kranken Tiere vergessen.

"Beim Menschen taugten die gleichen Arzneien leider nichts", so Haass. Trotzdem lasse sich von den Tieren viel über Geist und Psyche lernen. Unter einer Voraussetzung: "Man muss für jede Fragestellung das richtige Tier wählen." Der Zebrafisch zum Beispiel hat in Haass' Labor versagt, wenn es um Gedächtnistests ging, obwohl Fische an sich ein gutes Erinnerungsvermögen haben. Wenn aber physiologische Vorgänge betrachtet werden, dann tauge auch der Zebrafisch zur Demenz-Forschung. Bei Fischen mit Merkmalen von Alzheimer verkürzen sich nämlich die Fortsätze von Nervenzellen ähnlich wie bei kranken Menschen.

...

Responsible for content: sueddeutsche.de; Christina Berndt