Ludwig-Maximilians-Universität, Chair of Metabolic Biochemistry
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"Zelltod bei Morbus Alzheimer erstmals live beobachtet"

LaborPraxis

22.04.2009

Am Modell des Zebrafisches konnten Wissenschaftler aus München den für Morbus Alzheimer typischen Untergang von Nervenzellen im lebenden Organismus beobachten.
 

LaborPraxisDas großflächige Absterben von Nervenzellen führt bei Morbus Alzheimer Patienten zu einer massiven Demenz. Bislang konnte die Zerstörung der Neuronen im Tiermodell nur nach dem Tod und mit aufwändigen Verfahren dargestellt werden. Prof. Christian Haass und seine beiden Mitarbeiter Dr. Bettina Schmidt und Dominik Paquet vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und dem Exzellenzcluster Center for Integrated Protein Science (CIPSM) konnten nun erstmals den Untergang der Nervenzellen live beobachten. Die Wissenschaftler schleusten ein Gen in Zebrafische ein, das beim Menschen zu einer erblichen Form von Morbus Alzheimer führt. Die durchsichtigen Larven entwickelten charakteristische Symptome, z.B. Ablagerungen in Nervenzellen und der selektive Untergang von Neuronen. „Die durchsichtigen Larven der Zebrafische können unter einem Lasermikroskop über einen längeren Zeitraum untersucht werden“, berichtet Haass. „Gibt man einen Farbstoff ins Wasser, der gezielt sterbende Zellen anfärbt, lässt sich der Tod der Neuronen sogar direkt beobachten. Damit sollte auch zu sehen und zu testen sein, ob potenzielle Wirkstoffe tatsächlich einen schützenden Effekt haben. Erste Versuche mit neu entwickelten Substanzen haben dies bereits bestätigt. Ein Wirkstoff war in lebenden Fischen aktiv - und konnte die krankheitsbedingten Prozesse im Zebrafisch zumindest teilweise blockieren“, sagt Prof. Haass.

Morbus Alzheimer

Rund eine Million Menschen leiden in Deutschland an Morbus Alzheimer. Weltweit sind es nach Schätzungen zwischen zwölf und 18 Millionen Patienten. Nicht zuletzt wegen der älter werdenden Menschen in den westlichen Gesellschaften geht der Trend nach oben. Der Untergang der Neuronen lässt sich erst nach dem Tod des Patienten zweifelsfrei belegen.

Responsible for content: Olaf Spörkel, LaborPraxis