Ludwig-Maximilians-Universität, Chair of Metabolic Biochemistry
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"Mit Zebrafischen gegen Alzheimer - LMU-Forscher sehen wie Nervenzellen sterben - Hoffnung für ein Medikament"

Abendzeitung München

15.04.2009

Neue Hoffnung im Kampf gegen Alzheimer: Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) ist es gelungen, an Zebrafischen den Untergang von Nervenzellen live zu beobachten. "Diese Entdeckung ermöglicht jetzt die gezielte Suche nach Medikamenten, die die Demenz der Patienten aufhalten können", erklärte Professor Christian Haass.
 

AbendzeitungRund eine Million Menschen leiden in Deutschland an der unheilbaren Alzheimerschen Erkrankung. Weltweit sind es nach Schätzungen zwischen 12 und 18 Millionen Patienten. Bisher ließ sich das grossflächige Absterben von Nervenzellen erst nach dem Tod des Patienten zweifelsfrei belegen. Selbst im Tiermodell konnte die Zerstörung der Neuronen bisher nur sehr bedingt beobachtet werden.

Deshalb schleusten Professor Haass und seine beiden Mitarbeiter Bettina Schmid und Dominik Paquet vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) an der LMU und dem Exzellenzcluster "Center for Integrated Protein Science" (CIPSM) ein Gen in die Zebrafische ein, das beim Menschen zu einer erblichen Form von Alzheimer führt. Die durchsichtigen Larven entwickelten daraufhin charakteristische Symptome, etwa auch das Absterben von Neuronen, was sich in den Aquarien des Adolf-Butenandt-Instituts der LMU erstmals im lebenden Organismus verfolgen liess. "Die durchsichtigen Larven der Zebrafische können unter einem Lasermikroskop über einen längeren Zeitraum untersucht werden", berichtet Haass. Gibt man einen Farbstoff ins Wasser, der gezielt sterbende Zellen anfärbt, lässt sich der Tod der Neuronen sogar direkt beobachten.

"Mit Zebrafischen gegen Alzheimer" - AbendzeitungDamit sollte auch zu sehen und zu testen sein, ob potenzielle Wirkstoffe tatsächlich einen schützenden Effekt haben. Erste Versuche mit neu entwickelten Substanzen haben dies bereits bestätigt: ein Wirkstoff war in lebenden Fischen aktiv - und konnte die krankheitsbedingten Prozesse im Zebrafisch zumindest teilweise blockieren.

Responsible for content: (c) D. Aschoff, Abendzeitung, 2009/04/15